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GONZALES INTERVIEW
Diese Woche habe ich ein paar armleuchtende Hipsters gesehen, die sich auf ironische Art und Weise zu Snoop Dogg bewegt haben und musste unweigerlich an Gonzales denken. Wenn das eine Party vor sieben Jahren gewesen wäre, hätte man ihn dort wahrscheinlich in einem orange-farbenen Schlafanzug performen sehen. Seitdem hat er ein paar Alben herausgebracht, Peaches, Feist und Jamie Lidell (um nur einige zu nennen) produziert und ist mittlerweile dandy und berühmt. Ich hab mich mit ihm getroffen um über sein neues Album zu sprechen.


Willkommen in Berlin. Wie ist es so, zurück zu sein?


Es ist toll. Ich komme mindestens alle zwei bis drei Monate. Ich passe immer auf, dass ich eine Operationsbasis habe.

Operationsbasis....was bedeutet das im Speziellen?


Das bedeutet in erster Linie, dass ich hier immer präsent sein möchte. 2001 war ich dabei, Präsident des Berliner Untergrunds zu werden. Ich war unangefochten, hab aber trotzdem noch nie gewonnen. Und ich habe Berlin verlassen um nach einem empfänglicheren Publikum zu suchen.

Hast du dieses Publikum in Paris gefunden?

In Paris findet man ein sehr viel abfertigungs-orientierteres Publikum. Es ist professioneller. Was an Berlin toll ist, ist, dass man sich hier nicht wirklich um das Publikum schert, was aber auch frustrierend sein kann. Aber das hat mir und ein paar anderen Künstlern aus Kanada anfangs sehr geholfen. Wir haben nicht nur die Untergrundästhetik verstanden, sondern auch das Entertainment zurück gebracht. Und wir haben die Idee zurück gebracht, dass wir der Untergrund sein konnten und uns gleichzeitig um unser Publikum kümmern konnten.
In Paris hat man genau das Gegenteil. Die kümmern sich zu sehr um das Publikum und nicht darum, etwas mit konzeptionellen Werten zu machen. Sie fangen zum Beispiel an, ihre Einladungen zu drucken, bevor sie mit ihrer Kunst überhaupt fertig sind, nur weil sie schon an die Party denken. In Berlin verbringen sie Jahre damit, ihre Kunst fertig zu stellen und vergessen dann, Einladungen zu verschicken.

Paris vs. Berlin, wer gewinnt?

Berlin gewinnt für die Inhalte und Paris für die Durchführung.

Du hast ein neues Album rausgebracht. Ich denke, ich bin heute hier um mit dir darüber zu sprechen.

Ja, ich scheisse sie einfach raus. Deswegen weiß ich auch nie, weswegen ich interviewt werde. Jetzt habe ich eins rausgeschissen, und es nennt sich Soft Power.

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