von Darea Tantawy
Am Samstag trafen sich hunderte von „ Jungen Helden“. Menschen, die anderen helfen, sich für sie einsetzen und stark machen und andere motivieren wollen, dasselbe zu tun. Sie wollen wachrütteln und das Augenmerk auf ein Thema lenken, dem in unserem Land leider viel zu wenig Aufmerksamkeit gezollt wird: Organspende.
Mal ganz ehrlich, wie viele von uns haben sich damit schon einmal ernsthaft auseinander gesetzt? Viele werden mit Sicherheit so Grausames wie Organhandel damit assozieren, geschürt durch Filme, welche die angebliche Unterwelt Chinas und Amerikas zeigen. Aber nein, Organspende darf kein Thema sein, bei dem Ängste oder Abneigungen entwickelt werden. Und genau das ist das Ziel des Vereins, der 2003 von Claudia Kotter und Freunden gegründeten wurde. Die 28-jährige Claudia leidet seit ihrer Kindheit unter der schweren Autoimmunerkrankung Sklerodermie und hoffte lange auf eine Spender-Lunge. Im vergangenen Jahr erhielt sie nach unzähligen Krankenhausaufenthalten endlich das rettende Organ.
Die „Jungen Helden“ sind eine Organisation junger, lebenslustiger Menschen, die genau wissen, wie wichtig es sein kann, Leben zu schenken und weiterzugeben. Ihr Ziel ist es nicht, möglichst vielen Menschen einen Spender-Ausweis aufzuzwängen, auf dem ein großes Kreuz mit „ Ja, ich gestatte, dass nach der ärtzlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden“ versehen ist. Vieleher wollen sie einfach nur erreichen, dass man sich mal mit dem Problem befasst, alles genau hinterfragt und sich darüber bewusst wird, wie wichtig eine Niere oder Lunge für einen anderen Menschen auf dieser Welt sein könnte. Organspende rettet Leben. 70% der Deutschen vertreten zwar eine Meinung zu diesem Thema, aber nur bescheidene 12% dokumentieren ihre Entscheidung in Form eines Organspenderausweises.
Die „Jungen Helden“ wollen durch ihr Engagement erreichen, dass sich viel mehr Deutsche positionieren und der Staat seine Bürger an einem Punkt im Leben zumindest einmal mit dem Thema konfrontiert, sei es bei der Vergabe des Personalausweises oder Führerscheins. In Ländern wie Dänemark, Belgien und Spanien wird sogar grundsätzlich von der Zustimmung der Organspende ausgegangen. Jeder Bürger, der das nicht möchte, kann aber Einspruch einlegen. Das Europäische Parlament hat in einem Beschluss sogar darüber entschieden, einen europaweiten einheitlichen Organspenderausweis einzuführen, um der Knappheit an Organen für Transplantationen und dem in ärmeren Ländern existierenden Organhandel entgegen zu wirken.


