Du hast an der New School in New York Photography studiert. Vielen solcher Kunststudiengänge wird nachgesagt, dass den Studenten von Beginn an ein bestimmter Stil antrainiert wird. Ist das tatsächlich so oder ist dein Stil komplett auf dich zurückzuführen?
Ich habe ja zwei Jahre in Paris studiert, bevor ich nach New York ging. Tatsächlich beschäftigt habe ich mich in Paris eher mit Kunstgeschichte als mit der Technik der Fotografie. Der Unterricht war komplett unstrukturiert und völlig von dem entfernt, was zur Fotografie gehört. Ich wusste bis ich in New York eintraf noch nicht einmal, wie ein Blitz überhaupt funktioniert. Das soll nicht heißen, dass das Studium in Paris mir nicht weitergeholfen hätte. Ich habe dadurch eine gewisse Sensibilität für Kunst erfahren, bloß die Technik blieb dabei auf der Strecke. Damals konnte ich also noch gar nicht daran denken, einen eigenen Stil zu entwickeln.
In New York musste ich mir dann die technische Erfahrung selbst aneignen und aufholen. Heute würde ich mich technisch gesehen als kompletten Freestyler bezeichnen.
Mentoren standen uns auch nicht zur Verfügung, man belegte Kurse. Das war dann im Endeffekt auch das, wovon man profitieren und woraus man sein eigenes Ding machen konnte. Meinen Stil fand ich irgendwie im Laufe der Zeit in New York.
Und deine Inspiration, wo fandest du die?
Hauptsächlich in Museen und vor allem im Kino, alle Filme von Fellini. Ich finde meine Inspiration fast überall. In New York meistens in Brighton Beach oder auch besser als „little Odessa“ bekannt. Brighton Beach ist eine kleine Neighborhood am Strand von Brooklyn, wo sich im Laufe der Jahre fast alle russischen Immigranten angesammelt haben. Dabei kann man tatsächlich schon von einer Art Subkultur sprechen. Seit Jahrzehnten hat sich dort nichts verändert, die Zeit scheint nahezu stillgestanden zu sein. Gesprochen wird dort ausschließlich russisch und sollte man tatsächlich mal einen Laden betreten, in dem die Verkäufer auch englisch sprechen, so wird auf dies groß im Eingang hingewiesen. Es ist alles recht einfach gehalten, sehr historisch, aber halt auch alles auf keinem hohen Niveau. Die Menschen dort verspüren auch gar nicht das Bedürfnis auszubrechen, im Gegenteil, sie haben ja alles was sie brauchen und das sogar, ohne auch nur ein Wort englisch sprechen zu müssen.
Ganz besonders faszinierend sind für mich dann aber die „Ballroom Dancings“ für Senioren, die „Teenage Weddings“, aber auch Kindergeburtstage und heiße Badetage am Strand. An diesen Orten befinden sich die interessantesten Persönlichkeiten.
Würdest du deine Motive und Inspirationen hier in Berlin finden? Oder bist du wegen der spannenden Motive direkt nach New York gezogen...
Meine Inspiration veranstaltet Charities am Ku-Damm, bekommt French Manicure im Grunewald und glitzert nachts in den Tiefen des Adlon. Für die Leute, die ich fotografiere, bin ich eine Art Medium, sich der Welt zu zeigen, ich halte den goldenen Spiegel hoch. Negative Reaktionen auf meine Arbeit habe ich noch nie bekommen. Im Endeffekt sind es doch alles Selbstporträts.
Wer weiss, ob ich überhaupt in New York wohnen bleibe.
Ich bin zu jung, um darauf eine Antwort zu wissen. Vielleicht heirate ich bald einen Astronauten und fliege mit ihm zum Mond...
Mehr Infos: www.annaskladmann.com
Ich habe ja zwei Jahre in Paris studiert, bevor ich nach New York ging. Tatsächlich beschäftigt habe ich mich in Paris eher mit Kunstgeschichte als mit der Technik der Fotografie. Der Unterricht war komplett unstrukturiert und völlig von dem entfernt, was zur Fotografie gehört. Ich wusste bis ich in New York eintraf noch nicht einmal, wie ein Blitz überhaupt funktioniert. Das soll nicht heißen, dass das Studium in Paris mir nicht weitergeholfen hätte. Ich habe dadurch eine gewisse Sensibilität für Kunst erfahren, bloß die Technik blieb dabei auf der Strecke. Damals konnte ich also noch gar nicht daran denken, einen eigenen Stil zu entwickeln.
In New York musste ich mir dann die technische Erfahrung selbst aneignen und aufholen. Heute würde ich mich technisch gesehen als kompletten Freestyler bezeichnen.
Mentoren standen uns auch nicht zur Verfügung, man belegte Kurse. Das war dann im Endeffekt auch das, wovon man profitieren und woraus man sein eigenes Ding machen konnte. Meinen Stil fand ich irgendwie im Laufe der Zeit in New York.
Und deine Inspiration, wo fandest du die?
Hauptsächlich in Museen und vor allem im Kino, alle Filme von Fellini. Ich finde meine Inspiration fast überall. In New York meistens in Brighton Beach oder auch besser als „little Odessa“ bekannt. Brighton Beach ist eine kleine Neighborhood am Strand von Brooklyn, wo sich im Laufe der Jahre fast alle russischen Immigranten angesammelt haben. Dabei kann man tatsächlich schon von einer Art Subkultur sprechen. Seit Jahrzehnten hat sich dort nichts verändert, die Zeit scheint nahezu stillgestanden zu sein. Gesprochen wird dort ausschließlich russisch und sollte man tatsächlich mal einen Laden betreten, in dem die Verkäufer auch englisch sprechen, so wird auf dies groß im Eingang hingewiesen. Es ist alles recht einfach gehalten, sehr historisch, aber halt auch alles auf keinem hohen Niveau. Die Menschen dort verspüren auch gar nicht das Bedürfnis auszubrechen, im Gegenteil, sie haben ja alles was sie brauchen und das sogar, ohne auch nur ein Wort englisch sprechen zu müssen.
Ganz besonders faszinierend sind für mich dann aber die „Ballroom Dancings“ für Senioren, die „Teenage Weddings“, aber auch Kindergeburtstage und heiße Badetage am Strand. An diesen Orten befinden sich die interessantesten Persönlichkeiten.
Würdest du deine Motive und Inspirationen hier in Berlin finden? Oder bist du wegen der spannenden Motive direkt nach New York gezogen...
Meine Inspiration veranstaltet Charities am Ku-Damm, bekommt French Manicure im Grunewald und glitzert nachts in den Tiefen des Adlon. Für die Leute, die ich fotografiere, bin ich eine Art Medium, sich der Welt zu zeigen, ich halte den goldenen Spiegel hoch. Negative Reaktionen auf meine Arbeit habe ich noch nie bekommen. Im Endeffekt sind es doch alles Selbstporträts.
Wer weiss, ob ich überhaupt in New York wohnen bleibe.
Ich bin zu jung, um darauf eine Antwort zu wissen. Vielleicht heirate ich bald einen Astronauten und fliege mit ihm zum Mond...
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